Während ich auf dem Weg zum Projekt
neben einem kleinen Jungen sitze, der eine dicke Wollmütze trägt,
halte ich meinen Kopf aus dem Collectivo, um die 40 Grad irgendwie
ertragen zu können. Bei den Temperaturen läuft hier natürlich
nicht jeder in so dicken Sachen herum. Am Mercado angekommen, laufe
ich meist an den Verkäuferinnen und Verkäufern vorbei, die mich
schon kennen, deren Kinder laufen mit mir zusammen in den Comedor.
Ach, ja genau. Das sollte ich
vielleicht noch erzählen: Ich habe mich jetzt für das Projekt am
Markt und im 9 de Marzo entschieden.
Dienstags, Freitags und Samstags
arbeite ich auf dem Mercado de Abasto. Mittwochs und Donnerstags in
der Communidad 9 de Marzo.
Auf dem Mercado ist Dienstags den ganzen Tag Refuerzo, also Hausaufgabenbetreuung. Dort helfe ich immer so viel ich kann. Zu Mathe- und Castellanoaufgaben kann ich meist noch schlaue Dinge beitragen. Sobald es aber darum geht, ein Guaraní-Dikat zu korrigieren, übernimmt das Rita. Rita ist bei der Hausaufgabenbetreuung auch immer mit dabei, sie überrascht mich mit ihrem sehr eigenen Humor jeden Tag auf's Neue. ;)
Auf dem Mercado ist Dienstags den ganzen Tag Refuerzo, also Hausaufgabenbetreuung. Dort helfe ich immer so viel ich kann. Zu Mathe- und Castellanoaufgaben kann ich meist noch schlaue Dinge beitragen. Sobald es aber darum geht, ein Guaraní-Dikat zu korrigieren, übernimmt das Rita. Rita ist bei der Hausaufgabenbetreuung auch immer mit dabei, sie überrascht mich mit ihrem sehr eigenen Humor jeden Tag auf's Neue. ;)
Freitags ist den ganzen Tag kein
Refuerzo, was bedeutet, dass jeder Freitag anders aussieht. Mal
kommen die Kinder nur zum Essen, da viele Eltern fordern, dass ihre
Kinder wieder schnell zum Arbeiten zurück kommen. Dann gibt es aber
auch wieder Freitage an denen sich so viele Kinder und Jugendliche im
Projekt befinden, die ich vorher noch nie gesehen habe.
Samstag morgens ist ebenfalls Refuerzo,
danach stehen verschiedene Reuniones an: Die Coco-, die Radio und die
Adolescentes-Gruppen finden sich jede Woche zusammen.
Gladys, eine junge Studentin, die ebenfalls in der Callescuela arbeitet, hat mit den Jüngsten die Coco-Gruppe gegründet. Hier beginnt die Reunion immer mit kleinen Spielen, danach werden Dinge besprochen wie der Umgang untereinander verbessert werden kann oder wie der nächste Banner für die Demo aussehen soll.
Die Radiogruppe entwirft ein neues Programm für die nächste Sendung. Auf dem Mercado befindet sich nämlich eine Radiostation und jede Woche interviewt die Gruppe eine Person zu einem bestimmten Thema wie zum Beispiel zu den Studenten- und Schuldemonstrationen in Asunción.
Gladys, eine junge Studentin, die ebenfalls in der Callescuela arbeitet, hat mit den Jüngsten die Coco-Gruppe gegründet. Hier beginnt die Reunion immer mit kleinen Spielen, danach werden Dinge besprochen wie der Umgang untereinander verbessert werden kann oder wie der nächste Banner für die Demo aussehen soll.
Die Radiogruppe entwirft ein neues Programm für die nächste Sendung. Auf dem Mercado befindet sich nämlich eine Radiostation und jede Woche interviewt die Gruppe eine Person zu einem bestimmten Thema wie zum Beispiel zu den Studenten- und Schuldemonstrationen in Asunción.
In dem Straßenviertel, in 9 de Marzo
ist Mittwochs immer CEPI. Das ist eine Art Vorschule für Kinder von
ungefähr zwei bis vier Jahren. Zusammen mit Bruno und den zwei
älteren Mädchen, die auch in dem Viertel wohnen, ist es sehr
entspannt zu arbeiten. Die drei haben einen sehr engen Draht zu den
Kindern. Mit manchen Kindern ist es noch ein wenig schwer eine
Beziehung auf zu bauen, da sie noch stark an meiner Vorgängerin
hängen.
Die Kinder sehen mich aber auch nur ein Mal in der Woche und da kann ich vielleicht anderes auch noch nicht unbedingt erwarten.
Das CEPI sieht immer so aus, dass anfangs draußen gespielt wird. Irgendwann beginnt das Aufräumlied, was fast beliebter ist als das Spielen selbst. Jeder brüllt mit bis alles aufgeräumt ist. (Ich kenne den Text auch schon beinahe) Im Stuhlkreis werden alle mit verschiedenen Liedern der Reihe nach begrüßt. Danach erklärt Bruno den Kindern, was heute gebastelt wird. Bisher waren es die Zahlen, die bunt beklebt wurden oder ähnliches. Letztens haben wir alle zusammen einen Obstsalat gemacht. Mit einer kleinen Stärkung und Spielen endet das CEPI dann.
Die Kinder sehen mich aber auch nur ein Mal in der Woche und da kann ich vielleicht anderes auch noch nicht unbedingt erwarten.
Das CEPI sieht immer so aus, dass anfangs draußen gespielt wird. Irgendwann beginnt das Aufräumlied, was fast beliebter ist als das Spielen selbst. Jeder brüllt mit bis alles aufgeräumt ist. (Ich kenne den Text auch schon beinahe) Im Stuhlkreis werden alle mit verschiedenen Liedern der Reihe nach begrüßt. Danach erklärt Bruno den Kindern, was heute gebastelt wird. Bisher waren es die Zahlen, die bunt beklebt wurden oder ähnliches. Letztens haben wir alle zusammen einen Obstsalat gemacht. Mit einer kleinen Stärkung und Spielen endet das CEPI dann.
Es ist schön zu bemerken, dass ich
mich im Projekt von Tag zu Tag besser zu Recht finde und immer mehr
die Abläufe erkenne.
Den Donnerstag kann ich wieder sehr
frei gestalten, da nur noch nachmittags eine Reunion mit den Müttern
aus der Umgebung ansteht. Letztens beispielsweise habe ich mit den
Kindern angefangen zu malen, irgendwann fingen wir an uns die Füße
und Beine zu bemalen, bis wir alle kunterbunt waren. Es war ziemlich
cool, selbst etwas auf die Beine stellen zu können. Kleine
Fußballturniere kommen auch immer super an, die Jungs ärgern sich
nur immer tierisch, wenn sie gegen die Mädchen verlieren.
Dame zu spielen, ist hier auch der Hit. Bisher habe jedoch noch kein einziges Mal gewonnen...
Dame zu spielen, ist hier auch der Hit. Bisher habe jedoch noch kein einziges Mal gewonnen...
In den letzten Wochen haben wir
zusammen mit der Callescuela an vielen Seminaren und Workshops
teilgenommen, beispielsweise über die Arbeit mit Kindern und
Jugendlichen oder über die aktuelle Situation der Kinderarbeit in
Paraguay. Ich finde es super und auch wichtig, dass wir so sehr in
die Themen und Hintergründe mit einbezogen werden.
Was es noch so zu erzählen gibt, ein
wenig durcheinander aber es macht mir Spaß gerade ein wenig zu
schreiben:
Zusammen mit einer Leiterin der
Callescuela haben wir eine Familie besucht, weiter außerhalb von
Asunción. Als wir gemütlich im Wohnzimmer saßen und unseren Cocido
schlürften, kam immer wieder ein verbrannter Geruch in das Haus
herein. Als wir dann irgendwann bemerkt hatten, dass der Duft von
einer brennenden Palme kam, die ganz nah neben dem Häuschen stand,
sind wir alle bewaffnet mit Wassereimern und Kochtöpfen raus. Es hat
eine ganze Weile gedauert bis das Feuer gelöscht war, hätte auch
ziemlich in die Hose gehen können, hätte sich die Flamme weiter auf
das Dach ausgebreitet. War aber ein wenig komisch, wie wir alle
hektisch rein und raus gerannt sind und zum Schluss noch jemand auf
der nassen Erde ausgerutscht ist.
Ein Wochenende mit viel Musik, Halsschmerzen und guter Laune liegt nun hinter mir. Mit drei Freunden und Freiwilligen, die uns über das Wochenende besucht hatten, haben wir noch einmal ganz viele verschiedene Orte von Asunción entdecken können.
Ein Reggae-Konzert mit vielen
interessanten Menschen, ein Viertel, dass von den Bewohnern
kunstvoll zu einem kunterbunten Ort mit schönem Blick über die
Stadt gestaltet wurde, eine Gruppe von Künstlern, die ganze
Häuserreihen anmalen, wo ich selbst wieder gemerkt habe, dass ich
mal wieder meine eigenen Pinsel und Farben heraus kramen könnte.
Doro und ihre neue Tereréthermo| Einer meiner Lieblingsorte, erinnert michaber auch manchmal an den Rhein |
| Die Costanera am Abend |
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| Auf der Demo für ein gerechteres Bildungssystem |
| Im Centro |
| Mit dem Boot rüber zum Chacoi |
| Tereré darf nie fehlen! |
Peace und lange Haare!




